1. EINLEITUNG / POSITIONIERUNG DES CASES „BWIN AG“

Das Unternehmen bwin stellt ein Paradebeispiel eines internationalen VC-Investments dar. Die Globalwetten GmbH wurde im Jahre 1997 von Carsten Koerl gegründet. Die Start-up-Finanzierung wurde über Venture Capital von Global Equity Partners ermöglicht.

Die Unternehmensstrategie wurde im Rahmen des Einstiegs durch das Managementteam Manfred Bodner und Norbert Teufelberger, die sich selbst am Unternehmen beteiligten, neu positioniert und grundlegend geändert. In diesem Schritt wurde das Unternehmen in betandwin Entertainment GmbH umbenannt.

Ab März 1998 startete das Unternehmen mit dem Produkt Bet&Win. Ende 1998 erwirtschaftete bwin (Rebranding auf „BWIN“ erfolgte im Jahr 2005) mit verschiedenen Sportwetten via Internet in vier Sprachen gerade mal einen Bruttowettumsatz von EUR 2,88 Mio. mit 3.372 Kunden und einem Rohertrag und damit Nettoumsatz von EUR 215.000,–.

1999 beteiligte sich Global Equity Partners mehrheitlich am Unternehmen. Die nächsten Expansionsschritte wurden durch einen Börsengang finanziert: Global Equity Partners führte bwin gemeinsam mit den Vorständen 2000 an die Börse. Global Equity Partners blieb bis 2005 im Unternehmen investiert. 2010 schließlich fusionierte die Gesellschaft mit dem britischen Unternehmen PartyGaming zur „bwin.party“.

Die strategischen Eckpfeiler der erfolgreichen Entwicklung von bwin waren im ersten Schritt die Liberalisierungstendenzen im traditionellen (offline) Sportwettenmarkt sowie das aufkommende Online-Sportwetten-Geschäftsmodell. Der Online-Sportwetten-Mitbewerb war – trotz niedriger Einstiegsbarrieren – noch vernachlässigbar. Daher war es wichtig, flexibel und schnell den First Mover Vorteil auszunutzen. Der neue Vertriebsweg über das Internet ermöglichte es, bei geringen Investitionskosten den Markt intensiv zu bearbeiten. In einem traditionellen Sportwettenshop (wie z.B. Admiral Sportwetten) waren hingegen Investitionen von ca. EUR 300.000,– pro Shop notwendig, um Sportwetten anbieten zu können.

Dazu kam, dass der Online-Sportwettenmarkt ein Wachstumsmarkt war, der sich gerade erst am Beginn einer „Boomphase“ befand.

Um ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufzubauen waren trotzdem zumindest EUR 40–50 Mio. veranschlagt worden, die über einen Börsengang der Gesellschaft vereinnahmt werden sollten. Ziel war es, die Anlaufverluste aus der Softwareentwicklung zu finanzieren und Produkte auf höchstem technischen und inhaltlichem Niveau anzubieten, eine nachhaltige Marke über intensives Marketing zu etablieren und die regionale Expansion nach den rechtlichen Möglichkeiten über Akquisitionen bzw. Kooperationen auszubauen.

Time to Market war somit einer der entscheidendsten Erfolgsfaktoren.

 
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Wir danken allen Teilnehmenden und wünschen weiter viel Erfolg!

Über den Ausgang der Challenge

wurden alle Sieger bereits per Email informiert.

©2020 WU Wien, Univ.-Prof. Dr. Jonas Puck